Tipps zum Umgang mit der Presse

Diese Tippsammlung enthält Tips von Klaus Postma, Andreas Gertz, Klaus Kann und Carsten Thurau. Ergänzungen sind jeder Zeit erwünscht und erhofft( webcrew@mittellande.de).

Der Grund für die Tippsammlung ist relativ simpel: es sind schon häufiger LARPer im Umgang mit der Presse auf die Schnauze gefallen. Artikel, die gewollt oder ungewollt falsche Informationen an die Allgemeinheit weitergeben, sind leider recht häufig. Das gilt aber nicht nur für LARPer, daß gilt für alle Menschen mit ungewöhnlichen Hobbys.

Es gibt keine Standardvorgehensweise, wie man mit den Medien (denn eigentlich ist nicht nur die Presse = Zeitungen/Zeitschriften gemeint, sondern auch Rundfunk, Fernsehen, etc.) umgehen kann/sollte.

Hintergrund für Pressekontakt

Es gibt erstmal zwei Szenarien:
  1. Veranstalter möchte Artikel in der Presse
  2. Medienvertreter tritt an LARPer heran
In beiden Szenarien kann sich der LARPer überlegen, ob und in welchem Maße er mit der Presse zusammenarbeiten will. Welche Gründe gibt es, die dafür sprechen?

1. Eigenwerbung

2. positive Bekanntmachung von LARP in der Öffentlichkeit

Wenn man gut mit dem Reporter zusammenarbeiten kann, kommt auch etwas mehr als "Verrückte stolpern durch den Wald" heraus. Und gute Artikel können sehr gut als Referenz dienen, wenn man mit Menschen zu tun hat (direkt im LARP verknüpft: Jugendherbergen, Förster. aber auch andere Presseleute; außerhalb des LARPs: wenn der Chef sich plötzlich für das Hobby interessiert).

3. Verhindern eines schlechten Artikels

Bevor der Reporter an die falschen Leute gerät ("Klar, wir machen LARP und Satanisten") oder einfach von sich aus Blödsinn schreibt ...

Es gibt also tatsächlich Gründe, mit Reportern zu reden. :-)

Wie gut wird der Artikel?

Dafür gibt es erstmal 3 Hauptsachen:

1. Qualität des Reporters

Hört er gut zu? Macht er sich ordentliche Notizen oder schreibt er sich ein paar Stichworte auf?

2. Motivation des Reporters

Warum will der Reporter was von LARPern?
a) SENSATION: Der Reporter will etwas Sensationelles, und wenn LARP nichts bietet, dann sorgt er dafür, das es etwas bietet. "LARPer beißt Fledermaus den Kopf ab." => da ist leider wenig zu machen
b) Seiten füllen: Der Reporter will einfach nur 20 Zeilen für das Deppendorfer Käseblatt, wie, ist ihm egal. => Da kann man als Interviewter vielleicht sogar die Sache in die eigene Richtung ziehen.
c) Interesse: Der Reporter ist am Thema interessiert, oder nimmt seinen Beruf sehr ernst und versucht gute Reportagen zu machen. => Ein guter Artikel ist möglich.

3. Qualität der Interviewten

Problem: 1+2 kann man eher schlecht vorher abschätzen ... es gibt allerdings Anzeichen. Mit Journalisten von lokalen Radiosendern oder Zeitungen kann man meistens recht gut reden. Bei Boulevardzeitungen und -magazinen ist höchste Vorsicht geboten.

Bei 3 hat man als Angesprochener tatsächlich die Wahl: ist man selbst beredet genug? Oder ist jemand da, der es besser kann?

Rechtlicher Hintergrund

Der rechtliche Hintergrund ist tatsächlich nicht vollkommen klar. Es erzählen zwar immer wieder Leute, daß er klar ist, aber erstaunlicherweise sind die Aussagen sehr unterschiedlich ("Na klar hast Du ein Vetorecht" <-> "Die können drucken was sie wollen") Es gibt folgende rechtliche Hintergründe:

1. Das Presserecht:

das unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Beispiel Nordrhein-Westfalen: Pressegesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (z.B. bei Presserecht.de: http://www.presserecht.de/gesetze/nrw.html). Zwei wichtige Punkte sind die Sorgfaltspflicht (rein rechtlich müssen Artikel gut recherchiert sein, Praxis ...) und das Recht auf Gegendarstellung (Gegendarstellungen müssen im gleichen Teil und mit gleicher Schrift wie der beanstandete Artikel erscheinen).

2. Der Staatsvertrag über Mediendienste

Zum Beispiel bei Presserecht.de: http://www.presserecht.de/gesetze/mdstv.html. Auch hier gibt es ein Recht auf Gegendarstellung.

3. Das Recht am eigenen Bild (§§ 22-24, 33 - 50 Kunst-Urheber-Gesetz (KuUHG))

Einen interessanten Artikel gibt es unter http://www.jugendpresse.de/bvj/recht/re_bild.htm.
In Kurzform: Bilder mit Personen drauf sind dann möglich, wenn

Ein Punkt davon reicht. In allen anderen Fällen - das dürften bei CONs die relevanten sein, muß die Erlaubnis des Fotografierten vorliegen. Allerdings reicht auch die implizite Annahme: wenn jemand absichtlich vor dem Fotografen posiert, dann kann man schon davon ausgehen, daß er das wollte ...

4. Hausrecht

Es ist natürlich möglich, Leute vom Grund und Boden zu jagen, wenn man das Hausrecht hat. Das hat man übrigens nicht automatisch in Jugendherbergen oder sonstigen Unterkünften , man kann sich aber vom Besitzer/Leiter die Erlaubnis holen, Leute vom Hof zu jagen bzw. erst nicht reinzulassen. Wenn der Reporter nicht geht, dann begeht er tatsächlich einen Hausfriedensbruch. (§123 StGB) ABER: wenn man einen Reporter wegjagt, darf der trotzdem darüber schreiben, was er gesehen hat ... Desweiteren kann man auf die private Natur der Veranstaltung hinweisen. ABER: Das ist gesetzlich kritisch, weil die private Natur der Veranstaltung und die Pressefreiheit aufeinander treffen ... also eher auf das Hausrecht berufen.

einzelne Tipps

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Diese Seite wurde geändert am 10.06.2002.