Hilfe! Was ist denn ein Live-Rollenspiel?

Erstmal zum Begriff LARP, der immer wieder auftauchen wird. LARP heißt einfach Live-Action Roleplaying, und ist die englische Abkürzung für Live-Rollenspiel.

Wer wollte nicht schon immer der Held, die Prinzessin oder der Drache sein... Viele Leute mögen Fantasy-Romane oder Fantasy-Filme, Fantasy-Rollenspiele oder auch Fantasy-Abenteuer am Computer. Und wer stellt sich nicht vor, daß er diese oder jene Rolle des Buches, Filmes ... ist. Wer wollte nicht schon mal wie Gandalf der Magier die Welt vor dem bösen Sauron beschützen? Oder eher sein Freund Aragorn, der mutige Waldläufer? Man läßt dann die Geschehnisse vor dem eigenen Auge ablaufen, wenn der Film oder das Buch vorüber ist. Doch was fehlt, ist natürlich das körperliche dabeisein.

Im Live-Rollenspiel versuchen einige tausend "Verrückte", einmal Krieger, Magier, Schurke oder einfach mittelalterlicher Bauer zu sein. Für ein Wochenende schlüpft der LARPer in eine Rolle (auch "Charakter" genannt), die er in der Woche nicht hat. Vielleicht ist er Student oder Beamter oder noch Schüler. Für 48 Stunden wird er jedoch ein anderer sein: Vielleicht der Ritter Hartmut der Stolze, der versucht, Jungfrauen vor dem Bösen zu schützen. Vielleicht der Diebesgeselle Frederik, der den großen Schatz von Atlantis-Süd klauen will. Vielleicht der Magier Flambelius, der auf der Suche ist nach den geheimen Schriften von Xü, und dabei durch die halbe Welt marschieren würde, wenn seine Suche nur Erfolg hätte. Oder aber auch nur der Schafhirte Rüdiger, der keine Ahnung von Kampf, Magie und Orks hat, und am liebsten nichts damit zu tun haben möchte, während er nach seinem Schaf sucht.

Tja, und wie schafft der LARPer nun, einen Charakter zu verkörpern? Ein paar (viele) Leute sind noch verrückter als die anderen, und veranstalten regelmäßig CONs. Das kommt vom englischen Convention und heißt Zusammenkunft: hier treffen sich Live-Rollenspieler aus ganz Deutschland. Meistens findet ein CON auf einer Burg statt, manchmal aber auch in einfacheren Jugendherbergen oder auf Zeltplätzen, die man möglichst dem Hintergrund entsprechend herrichtet. Häufig gehen CONs über ein Wochenende, manche sind aber länger (das längste mir bekannte war 3 Wochen lang). Es gibt auch kleine Schnupper-CONs, die sogenannten LARPies, die meistens ohne Übernachtung stattfinden. Da wird nur einige Stunden lang gespielt. Gerade für Einsteiger können solche LARPies einen Einblick in das Live-Rollenspiel bringen.

Doch kommen wir zurück zur "Herrichtung" der Örtlichkeit, denn dort geben sich die meisten LARPer sehr viel Mühe. Das heißt: der Barbar hängt Felle über sein Zelt, und die Ritterschaft richtet den Jugendherbergssaal mit Ritterstühlen, Tischdecken mit Wappen und mittelalterlichen Leuchtern ein. Auf den CONs treffen sich viele LARPer. Sie ziehen sich merkwürdige Klamotten an - der Ritter seine Rüstung, der Schafshirte seine Schafsjacke und der Magier seine Robe. Und dann versuchen sie, über das ganze Wochenende den Alltag hinter sich zu lassen und einfach jemand anderes zu sein. Das ist dann nicht mehr Heinz, der keiner Fliege was zu leide tun kann, der dort vor dir steht. Nein, es ist der Ritter Krummbart der Grausame, gefürchtet von allen und gesucht in 15 Ländern. Und es ist nicht die Mathematikerin Ute, die nur in ihrer Welt der Zahlen lebt, sondern die Prinzessin Eugenie, die gerade auf der Suche nach dem geeigneten Bräutigam ist.

Damit CONs noch spannender werden, versuchen die Veranstalter auch noch eine Hintergrundhandlung einzubauen. So befindet man sich auf der Burg des Ritters Sägebrecht. Er hat leider gerade das Problem, daß seine Burg von Orks belagert wird, und dazu noch ein Geist rumspukt. Und zufällig sind die Spieler (bzw. ihre Rollen) da, und werden ihm helfen. Oder doch nicht? Kommt auf die Rollen an. Beim Hintergrund helfen den Organisatoren, die sich  passenderweise Spielleitung nennen, einige NSCs. NSCs sind NichtSpielerCharaktere. Das sind Rollen, die von der Spielleitung eingebracht werden (wie der Ritter Sägebrecht, der genannte Burgherr), und von ein paar freundlichen Leuten gespielt werden, die dafür darauf verzichten, mal eine eigene Rolle zu spielen.

Weiter unten gibt noch ein paar Links zu Seiten, die sich speziell an Einsteiger wenden.

Na gut. Was ist denn eine Kampagne?

Ein normales Live-Rollenspiel kann man mit einem Buch oder einer Geschichte vergleichen. Allerdings einem Buch wie kein anderes: bis zu 200 Hauptpersonen ... und wirklich alles kann man davon natürlich nicht mitbekommen.

So wie es Buchreihen im Laden gibt (z.B. die Trilogie "Herr der Ringe"), so gibt es auch im LARP "Reihen": CONs, die aufeinander aufbauen. Und viele der Charaktere eines Buches tauchen auch im nächsten Buch auf. Sie wissen, was vorher passiert ist, und haben schon Verbindungen (Freundschaft, Feindschaft, Liebe, Haß, etc.) zu anderen Charakteren. So gab es im Lande Söderland die Söderland-CONs 2-4 (wo 1 geblieben ist, verrät die Söderland-Seite). Auf dem Söderland 2  fand ein Charakter einen Schlüssel, der auf dem 3. von grauen Schergen gesucht wurde. Auf dem 4. beschlossen er und einige andere, das Rätsel des Schlüssels in einem alten Schloß zu lösen, und auf einem kleinen LARPie für 15 Leute (sonst waren es um die 60) wurde das Rätsel endlich gelöst. Doch was hat jetzt das Horn zu bedeuten, daß in der großen Schatzkammer gefunden wurde ... Die Handlung dieser CON-Reihen setzt sich also fort. Aber Achtung! Neben der Schlüsselsache waren noch viele andere Handlungen am laufen, die meisten haben vom Schlüssel noch nicht einmal etwas mitbekommen, sie tummelten sich eher in anderen Handlungssträngen. Da auch immer wieder neue Handlungen dazukommen, gibt es gerade für Einsteiger viele Möglichkeiten. (Gemeine Spielleitungen fangen viele Plots, wie man die Handlungsstränge nennt, in dem sie Einsteigern Gegenstände oder Wissen geben, welches andere Erfahrene nicht haben - und dann können sich die Einsteiger gar nicht vor dem Mitspielen drücken  ).

Schließlich gibt es auch Bücher, die nur sehr lose zusammenhängen, die aber auf dem gleichen Hintergrund aufbauen. Das beste Beispiel ist die Scheibenwelt von Terry Pratchett. Viele Charaktere tauchen in einem oder dem anderen Buch auf, teilweise überschneiden sich die Bücher auch zeitlich. Aber ein richtiger Zusammenhang liegt nur im Hintergrund und anhand von Hintergrundgeschehnissen vor, die Bücher sind autark. Und so ist das auch bei einer LARP-Kampagne: es liegt eine Hintergrundwelt vor, mit vielen facettenreichen Ländern und auch Hintergrund-Charakteren, beispielsweise Herrscher, Herolde, großartige Magier... Die CONs sind locker verbunden durch die Tatsachen, daß einzelne Charaktere auf dem einen oder anderen CON auftauchen und sich auch wiederbegegnen. Die einzelnen Organisatoren der CONs haben aber vollkommene Kontrolle und Freiheit über ihr Land und über ihr CON. Die Verbindung ist jedoch immer da: schließlich beschäftigt sich der Söldnerführer noch drei CONs später damit, den Dieb zu verfolgen, der ihm sein Schwert geklaut hat, das schon sein Vater ... Und der Heerführer von Burgund freut sich, auch auf diesem CON den Botschafter von Kirson zu sehen, da gab es doch noch einige Worte über die Beziehungen zwischen den Ländern zu reden. Thalianna und Rabensang hingegen freuen sich darauf, Lieder auszutauschen, haben sie doch im letzten Winter vieles neues gelernt, was der andere vielleicht nicht kennt.

Eine Kampagne ist nichts anderes als der Versuch, den Spielern einen Hintergrund für ihr Spieler bereitzustellen. Wieviel jeder einzelne Spieler das nutzt, bleibt natürlich im überlassen.

Und Mittellande ist ...

Genau: Mittellande ist einfach eine LARP-Kampagne.

In den Mittellanden findet man ca. 80 Länder. In jedem steckt viel  Blut und Schweiß von Organisatoren, Spielleitern, NSCs und vor allen Spielern. Denn nur die Charaktere der Spieler erfüllen ein Land mit Leben. Einige Länder sind groß und haben viele Spieler (vielleicht sogar über 100 Charaktere, die aus dem Land kommen), andere werden von nur 10 Leuten bespielt. Aber hinter jedem Land stecken eigene Ideen, die es interessant machen.

Seien es die Nordmänner aus Söderland, die vor allem als Schafszüchter bekannt sind - wenngleich auch ihre Beutezüge nicht übel sind.
Seien es die Ritter des stolzen Allerlandes - ein Land, in dem es keine Magie gibt, man mag es sich kaum vorstellen.
Seien es die hochmütigen Zauberer des Reiches Gutingy, die zwar der hohen Magie gebieten, aber am Kochen von Spaghetti scheitern.

Manche mögen gerade diese Kampagne, andere wiederum nicht. Das macht aber nichts: Spieler können ihre  Charaktere  auch auf Nicht-KampagnenCONs spielen, genauso kann ein Nicht-Kampagnen-Charakter auf einem Mittellande-CON auftauchen. Das Reich, aus dem er kommt, liegt halt etwas weiter weg und ist deswegen nicht so bekannt.

Was bringt mir die Kampagne Mittellande?

In den Anfangszeiten des LARPs entwickelte eigentlich jeder, der LARPte, ein eigenes Land als Hintergrund für den eigenen Charakter. Dadurch gab es Tausende von Reichen, von denen sich aber viele sehr ähnlich waren. In der Kampagne sind schon viele Ideen und Hintergründe  in einzelne Länder eingearbeitet. Historische Hintergründe (Kelten, Wikinger, Rittertum, etc.) prägen einige Länder, Fantasy-Hintergründe (Orks, Magierakademien) wieder andere. Wer will, kann sich an das jeweilige Land wenden, und einen Charakter aus diesem spielen. Das spart einerseits die Zeit, eine Idee zu bearbeiten, die schon dreißigmal umgesetzt wurde, andererseits schafft das automatisch Verbindung zu anderen Charakteren. "Ach, du bist aus Galladoorn? Sag mal, ich hörte, daß euer König..."  Wer lieber ohne Land oder mit eigenem Hintergrund auskommt, der ist natürlich auch willkommen in den Mittellanden.

Aber es gibt nicht nur das Wissen über das eigene Reich. Ein Abenteurer sollte natürlich etwas mehr wissen. Deswegen gibt es auf dieser Seite auch Informationen über die anderen Länder der Mittellande. Klar, daß ein Kirsoner wissen muß, was Etraklin ist, nachdem es immerhin 2 Jahre Krieg gab.

Insgesamt sind die Mittellande also der Versuch, ein besseres Zusammenspiel und auch einen schnelleren und schöneren Start für Anfänger zu ermöglichen.

Die Kampagne Mittellande ist eine Spielhilfe, ein Add-On. Sie ist nicht notwendig, sondern eine Zugabe. Und hoffentlich eine nützliche Zugabe.

Wo finde ich weitere Tips?

Was schon tausendmal erklärt wurde, braucht man nicht noch zum 1001. Mal versuchen ... Es gibt noch vieles zu sagen zum Thema LARP, doch da verweisen wir lieber auf andere Seiten, auf denen es schon sehr gut erklärt ist:

Und nun?

Jetzt liegt es an Dir, wie Du weitermachen möchtest. Am besten, Du schaust Dir einfach ein paar Länder an oder vielleicht ein paar Larp-Bilder. Auf der Hauptseite hast Du viele Möglichkeiten. Unter anderem auch die  Impressionen-Seite mit ein paar Bildern.

Du befindest dich auf den Seiten der LARP-Kampagne Mittellande.
Hier unten kannst du schnell wählen zwischen:
Startseite •  Start ohne Frames •  Was ist ...? •  Länder •  Karte •  Bibliothek
Services •  Intern •  Interaktiv •  sonstiges •  Kontakt •  Suche

Diese Seite wurde geändert am 12.06.2002.